Lange Zeit hat SAP den KMUMarkt eher stiefmütterlich behandelt und sich lieber auf hochvolumige Grossprojekte konzentriert. In den sogenannten BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China mag diese Strategie immer noch erfolgreich sein. In der Region EMEA und in der Schweiz jedoch ist der Grosskundenmarkt so gut wie gesättigt, der KMU-Markt aber birgt noch Potenzial.
KLEINE SCHWEIZER FIRMEN
Folgerichtig drücken die Walldorfer mit der verbesserten ERP-Suite BusinessOne (Version 8.8) kräftig aufs Gaspedal. Die Vorgängerversion werde weltweit von etwa 30000 Unternehmen eingesetzt, und die Mehrheit stellen Firmen mit etwa 35 Usern, sagte Friedrich Neumeyer, Senior Vice President und COO der SME-Geschäftseinheit bei SAP, zu Computerworld. In der Schweiz zählen etwa das Handelsunternehmen Frifrensch, Tersuisse Multifils, Keune Haircosmetics und der Mess- und Sensor-Spezialist Micronor zum B 1 - Kundenstamm. Ab Ende April soll die neue Version 8.8 in der Schweiz auf den Markt kommen.
«Mit dem neuen BusinessOne haben wir eine einzige, konsistente Plattform geschaffen», betont Neumeyer. Vor allem an der Bedienerfreundlichkeit hat SAP geschraubt. Dazu zählen etwa eine Autoergänzungsfunktion für Eingaben, ein personalisierbarer Desktop, Menüs mit den am häufigsten gebrauchten Funktionen, eine Dokumenten-Volltextsuche und die Möglichkeit, Dienste wie Twitter einzubinden. Die Anbindung von Microsofts SharePoint steckt noch in der Planung.
ANALYSE-TOOLS IM DETAIL
Voll integriert sind laut Neumeyer die Analysewerkzeuge Xcelsius und Crystal Reports, bei denen es jetzt auch möglich ist, ad hoc Details zu verfeinern und direkt in Transaktionen zu springen.
BusinessOne sei auch für mehr als 100 User geeignet, der Rekord liege bei gut 280 Anwendern, so Neumeyer. Dort stösst die Lösung jedoch an ihre Performance-Grenzen. Um stark expandierenden Schweizer Unternehmen eine möglichst bruchlose ERP-Versorgung zu garantieren, arbeitet SAP daher an einem Migrationspfad auf Business All-in-One und auf die neue On-Demand-Suite Business ByDesign, die Anfang 2011 in die Schweiz kommen soll. Beide Systeme sind in der Lage, auch höhere User-Zahlen zu bedienen. «Die Schweizer Ramp-up-Phase liegt perfekt im Plan», versichert Neumeyer. Die verbesserte Integrationsplattform B1 V.8.8 erlaubt es, durch definierbare Ereignisse ausgelöste Nachrichten aufs iPhone zu schicken. Der Empfänger kann durch bestimmte Aktionen mobil darauf reagieren. Das neue iPad werde gerade in Walldorf getestet. Einige Geschichten müsse man da aber etwas anders lösen, gibt Neumeyer zu.
Computerworld.ch - SAPs KMU-Turbo BusinessOne (413.68 kB)